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Samstag, 3. April 2010

We did it - Neukölln Herren schaffen Klassenerhalt - Damen ungeschlagen in die Oberliga

Im Gegensatz zur Armee der 12 Monkeys (die ja unglücklicherweise nur Tiere aus dem Zoo befreien wollten) haben die 1. Herren des TuS Neukölln weit mehr geschafft: Trotz zwischenzeitlicher 7 Niederlagen in Folge konnte das Team durch 3 Siege in den letzten 4 Partien den Klassenerhalt doch noch sicherstellen. Nach dem besten Saisonspiel (Sieg gegen Siemensstadt) war man gegen die Basketball-Erfahrung eines DBV 3 (Rücker und Co) erwartungsgemäß chancenlos, konnte aber durch kräftige Mithilfe aus Zehlendorf (man dankt) die 2 noch fehlenden Punkte im letzten Spiel gegen die Traktoren aus Weissensee sammeln. "Little Smooth" Burkhard und Sharpshooter Dennis überzeugten nach schwachen Start beide dann doch noch in der Offense, in der Defense war unsere 2-3 Zone komischerweise aggressiver als die Man-to-Man, erklären kann ichs nicht. Bischen Full Court Man-to-Man gabs dann auch noch, ohne größeres"Ge-trappe" gerieten die Traktoren schon beim Anblick von unseren "semischnellen" Postspielern Ragnar und Ruben an der Weissenseer Baseline in Panik. Folge: Ein Traktor-Turnover-Festival und gefühlte 40 Punkte daraus resultierend. Pitino wäre wohl begeistert gewesen. Fazit: Klasse doch noch sensationell gesichert, nächstes Jahr muss vieles besser werden.

Für mein Einsteigen und die damit verbundene Abdankung des bisherigen Coaches 4 Spieltage vor Schluss hab ich mir einiges an Kritik anhören müssen. Letzlich muss man sich entscheiden: Entweder man geht ohne viel Aufwand und Beschwerden runter in die Bezirksliga, wo Basketball dann nur noch von 45jährigen bzw. jugendlichen Freizeit-And1-Zockern "gespielt" wird, oder man stellt sich und lässt sich auch mal vom Trainer 3 Wochen lang beschimpfen, wenn man Mist gebaut hat. Letzeres hat den Vorteil, dass die Chance besteht, dass der Mist dann weniger wird. Und in der 1. Herrenmannschaft des TuS Neukölln der Saison 09/10 war soviel Mist wie ich ihn selten gesehen habe. Dass ich da nicht länger zugucken konnte/wollte wie in meinem neuen Verein jede Perspektive für Jugendspieler den Bach runterläuft, shame on me. Naja, ich würde jedenfalls einigen Herren des Vereins gerne die Toughness unseres Damenteams wünschen.

Achja, die Damen. Wegen des Traktor-Spiels konnte ich ausgerechnet das letzte Spiel nicht selbst coachen, die Abwesenheit war irgendwie härter als ich gedacht habe. Ohne besondere Vorbereitung gelang aber ein 82:37 Sieg, verweisen kann ich da nur auf den (wie immer grandiosen) Report von Isa (siehe TuS Forum: Spielbericht Isa zum Lichterfelde Spiel). Wobei...für alle ist der Bericht eventuell doch nicht geeignet, kam es doch bereits in der jüngeren Vergangenheit zu leichten Irritation bzw. falschen Assoziationen bei anderen Vereinsmitgliedern bezüglich der "Sektduschen" nach den Siegen. Dies Thema sollte vielleicht irgendwann mal von Isa nen eigenen Thread bekommen, hier wird es glücklicherweise nur in der Überschrift als Marketing-Instrument benutzt. Bis dahin gibt es zum Saisonabschluss noch den Statistik-Thread mit allem Wichtigen für die Stats-Freaks des Vereins (aka Stipe): Stats Damen Saison 09/10

Montag, 15. März 2010

TuS Neukölln mit 2 Siegen

Praktisch als Vorbereitung auf die NCAA Tournament Bracket-Veröffentlichung am Abend standen gestern Nachmittag noch zwei Neukölln Spiele an, die ich hintereinander coachen durfte. Die Vorraussetzungen hätten nicht unterschiedlicher sein können: Während die Damen schon lange die Meisterschaft in der Landesliga sichern hatten (11-0) und es gegen Intercor von Beginn an nur um die Höhe des Sieges ging, war es für die Herren (6-11) ein Do-or-Die Spiel um den Abstieg gegen den direkten Konkurenten Siemensstadt (7-9).

Nachdem ich das 1st Herren-Team erst vor 2 Wochen in der Situation "Noch 4 Spiele -> 4 Siege nötig" (nach einer Series von zuvor 7 Niederlagen) übernommen habe (totaler Wahnsinn, i know), war die Ausgangssituation gestern gänzlich schlecht: 3 Tage zuvor war zwar am Donnerstag das erste Spiel unter meiner Regie gewonnen worden, doch das Spiel in Rudow war absolut abscheulich, zur Halbzeit war man mit 14 Punkten Rückstand bereits so gut wie abgestiegen und der Topscorer aus diesem Spiel, Dennis Schmidkunz (23 Punkte), fehlte nun.

Dass das gestrige Spiel gegen Siemensstadt am Ende mit 20 Punkten gewonnen werden konnte (und damit auch der wichtige direkte Vergleich für uns spricht), kann man schon fast als Basketballwunder sehen. Mit lauter Unterstützung einer erstmals halbwegs gefüllten Halle und mit einer medi-aggressiven Man-to-Man (statt der super passiven Zone) konnte das Team die Siemensstädter immer wieder zu schlechten Würfen zwingen und unserer Center Ragnar, Burghard und Ruben räumten plötzlich ordentlich Rebounds ein. Im Angriff hatte ich in 5 Trainingseinheiten versucht eine sehr einfache Variante von Bill Selfs Hi Low Offense zu implementieren. Wenn auch wenig Hi Low gespielt wurde, so ergaben sich aus der klaren Offense Struktur aber gute Würfe und ne gute Break Sicherung. Die Offense ist zwar kein Vergleich zum Spaßfaktor einer Dribble Drive Motion, aber für nen Team mit 2 großen 5ern extrem geeignet.  

Matchwinner war Jan Buchholz, der 6 Dreier versenkte, von der Linie fehlerfrei blieb und für 30 Punkte sorgte (wahrscheinlich Career High) . Samii Selant hat vielleicht das erste Mal in seinem Leben auf der 1 gespielt, aber aus Mangel an Alternativen gings nicht anders und er hat seine Sache dafür gut gemacht. Sein Parkplatz-Dreier kurz vor Schluss sorgte dann auch für den Sieg im direkten Vergleich. Jetzt müssen nur noch 2 Spiele gewonnen werden, immer noch schwierig genug, aber ab jetzt ist es nicht mehr ganz aussichtlos. DBV, wir kommen.

Die Damen hatten es erwartungsgemäß einfach und gewannen 90:37. Maria ist nach ihrem Katrastrophen-Spiel von Pankow zurück und hat vor allem ihren "Easy Floater" wiedergefunden (puuu.. sehr beruhigend). Gülli macht in ihrem letzten Spiel dieser Saison da weiter wo sie in den letzten Spielen aufgehört ab: Nicht ansatzweise zu stoppen. Weitere Erkenntnisse: Frau Terlecki schließt keine Breaks mehr ab und Saskia ist nicht schneller geworden, aber trotzdem beim Break andauernd als erste vorne... ich nehme an sie läuft recht früh los. Was gut so ist. Die Dribble Drive Offense war gestern aus meiner Wahrnehmung heraus sogar effektiver als der Break (wo wir üble Fehler machten), sowas hat man auch selten.  Wenn doch nur alle Teams Drive Offense spielen würden, das Spiel Basketball wäre irgendwie noch viel viel schöner...

Schön wars auch meinen Ex-Point Guard (und heimliche Lieblingsspielerin) aus Marzahn Claudi Pflug als Schiri in beiden Spielen wiedersehen zu dürfen. Meine Anregung, nächste Saison Oberliga in Neukölln zu spielen, stieß nur auf mäßige Begeisterung. Ich würds ihr aber auch sehr wünschen, dass sie nochmal in der 2. Liga angreift. Ansonsten gilt: Theres no basketball like neukölln basketball...